Mit der im Januar 2026 vom Verkehrsministerium vorgestellten landesweiten Fußverkehrsstrategie > erhält der Fußverkehr in Baden-Württemberg erstmals einen verbindlichen politischen Rahmen.
Ziel ist es, das Zufußgehen als zentrale Alltagsmobilität zu stärken, Barrieren abzubauen und die Lebensqualität in Städten, Dörfern und Quartieren deutlich zu verbessern.
Ziele und konkrete Veränderungen vor Ort
Die Strategie verfolgt fünf zentrale Schwerpunkte:
- attraktive, barrierefreie und sichere Gehwege
- höhere Sicherheit durch Zebrastreifen
- kürzere Ampelwartezeiten und durchgängige Hauptfußwegenetze
- sichere und selbstständige Schulwege sowie die Reduzierung von Elterntaxis
- lebendige Ortskerne, in denen Fußverkehr und Aufenthaltsqualität Hand in Hand gehen
- Um spürbare Fortschritte kurzfristig zu ermöglichen, liegt die Fokussierung auf Hauptwege, Ortsmitten und Schulwege.
Für die kommunale Praxis bedeutet das:
Gehwege werden verbreitert, Hindernisse beseitigt und Aufenthaltsbereiche überdacht; Schulwege werden durch Schulwegkonzepte, Schulstraßen und Schulzonen gesichert; Ortskerne erhalten weniger Kfz-Verkehr und mehr Raum für Fußverkehr; Querungen werden durch zusätzliche Zebrastreifen und optimierte Signalisierung sicherer; und Kommunen werden durch regionale Netzwerke unterstützt, um Planung und Umsetzung zu erleichtern.
Strategische und praktische Umsetzungsimpulse
Der Leitfaden der Fußverkehrsstrategie gibt Kommunen konkrete Orientierung, wie sie das Zufußgehen vor Ort wirkungsvoll fördern können. Er zeigt, wie Hauptwege, Ortsmitten und Schulwege sicherer, barrierefrei und attraktiver gestaltet werden, und liefert praxisnahe Hinweise zu Gehwegbreiten, Hindernisbeseitigung, sicheren Querungen und Ampelregelungen. Gleichzeitig unterstützt er die Planung von Schulwegkonzepten, die Einrichtung von Schulstraßen und die Berücksichtigung des Fußverkehrs in übergeordneten Planungen, etwa bei Brücken oder Straßenausbauprojekten.
Bedeutung für die Verkehrswende
Die Fußverkehrsstrategie verankert das Gehen als gleichwertige Mobilitätsform – eine entscheidende Ergänzung zu Radverkehr und ÖPNV. Wege werden kürzer, sicherer und gesünder, und die Verkehrswende wird systematisch vor Ort unterstützt.
Was grüne Landespolitik bereits erreicht hat
Die Strategie baut auf einer seit Jahren von Grünen gestalteten Politik auf. Seit 2015 fördert das Land den Fußverkehr systematisch, die Mittel wurden kontinuierlich erhöht. Seit 2021 flossen rund 40 Millionen Euro in Infrastruktur, Konzepte, kommunale Personalstellen und kostenfreie Beratungsangebote.
Ein zentrales Erfolgsinstrument sind die Fußverkehrs-Checks: 127 Kommunen haben bereits teilgenommen, über 300 weitere sich beworben. Bundesweit ist Baden-Württemberg führend: Im Monitor Fußverkehr liegt das Land auf Platz eins bei der Anerkennung des Fußverkehrs durch Politik und Verwaltung. Der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege ist seit 2017 deutlich gestiegen.
„Kein anderes Bundesland tut für die Fußgänger so viel wie Baden-Württemberg!“
Hermino Katzenstein, Fußverkehrssprecher Grüne-Landtagsfraktion
Personalstelle: Unser Tipp zur Stärkung des Fußverkehrs
Über das Programm „Personalstellenförderung – Nachhaltige Mobilität“ unterstützt das Land Baden‑Württemberg Kommunen gezielt bei der Schaffung von Fachpersonal für nachhaltige Mobilität, darunter auch für Fußverkehr, Schulwege und die Neugestaltung von Ortsmitten. Die Personalkosten werden über die ersten zwei Jahre vollständig vom Land getragen, wenn die Stellen neu geschaffen und für mindestens vier Jahre besetzt werden, was über den Gesamtzeitraum einer Förderquote von rund 50 % entspricht.



