Social Media in der Kommunalpolitik: So gelingt der Einstieg

Kommunalpolitik findet auch in sozialen Netzwerken statt. Dafür müsst ihr weder euer Mittagessen fotografieren, noch sofort eigene Videos drehen. Schon wer lokale Accounts verfolgt, Beiträge liked, kommentiert und teilt, nimmt an der digitalen Öffentlichkeit teil.

Die Grundprinzipien sind auf Instagram, Facebook und anderen Plattformen ähnlich: Ihr könnt verfolgen, welche Themen die Menschen vor Ort beschäftigen, gute Informationen verbreiten und eure politische Arbeit sichtbar machen. Instagram dient hier als Beispiel, weil sich daran viele typische Social-Media-Funktionen gut erklären lassen.

Politische Öffentlichkeit findet auch auf Social Media statt

Vereine, Initiativen, Blaulichtorganisationen, Bürger:innen und andere lokale Akteur:innen berichten und diskutieren auf Social Media über Veranstaltungen, Probleme und politische Entscheidungen. Wer dort nicht hinschaut, bekommt einen Teil der Debatten vor Ort nicht mit.

Für 18 Prozent der erwachsenen Internetnutzer:innen sind soziale Medien die wichtigste Nachrichtenquelle, für 7 Prozent sogar die einzige. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegen die Werte mit 44 beziehungsweise 17 Prozent deutlich höher (mehr Info).

Instagram erreichte 2025 laut ARD/ZDF-Medienstudie 40 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren mindestens wöchentlich. Besonders stark wuchs die tägliche Social-Media-Nutzung bei den 30- bis 49-Jährigen (mehr Info).

Euer Einstieg in Social Media in vier Schritten

Ihr müsst nicht sofort selbst regelmäßig posten. Startet damit, den lokalen digitalen Raum kennenzulernen, euch auszutauschen und gute Informationen zu teilen. Dabei könnt ihr persönlich und nahbar auftreten, ohne Privates preiszugeben.

1. Zuhören und orientieren

Folgt eurer Kommune, der Lokalzeitung, Vereinen, Schulen, Jugendvertretungen, Blaulichtorganisationen, Initiativen, lokalen Unternehmen, dem Stadtmarketing und politisch Engagierten vor Ort. So bekommt ihr mit, welche Themen Menschen vor Ort beschäftigen – auch diejenigen, mit denen ihr im Alltag wenig Kontakt habt.

Auf Facebook könnt ihr zusätzlich Gruppen beitreten, in denen sich Menschen über eure Gemeinde oder euren Stadtteil austauschen.

2. Liken, kommentieren und teilen

Mit Likes, Kommentaren und geteilten Beiträgen könnt ihr euch beteiligen, ohne selbst Inhalte erstellen zu müssen. Ein Like zeigt Aufmerksamkeit, ein freundlicher inhaltlicher Kommentar macht eure Präsenz sichtbar und stärkt den Austausch.

Wenn ihr einen Beitrag oder ein Reel teilt, erreicht er auch eure Follower*innen. Ergänzt am besten kurz eure eigene Einordnung:

  • Warum ist das für euren Ort wichtig?
  • Was sollten Bürger*innen darüber wissen?
  • Wem gebührt Dank?
  • Was wäre aus eurer Sicht eine gute Lösung?


So werdet ihr sichtbar, stärkt gute Informationen und baut Beziehungen auf.

3. Gelegentlich eigene Inhalte veröffentlichen

Für den Einstieg reichen einfache Beiträge: ein Foto vom Ortstermin, drei Kernaussagen zu einem Antrag, eine Einladung zum Stammtisch oder ein kurzer Veranstaltungsrückblick. Entscheidend sind eine verständliche Botschaft und ein klarer lokaler Bezug.

Stories eignen sich für schnelle, persönlichere Einblicke und verschwinden nach 24 Stunden. Das kann zum Beispiel ein Schnappschuss beim Fraktionsgrillfest oder ein Foto vom Wochenmarktbesuch sein. So könnt ihr nahbar auftreten, ohne viel Privates preiszugeben.

4. Videos und Reels ausprobieren

Mit Reels (Videos) könnt ihr auch Menschen erreichen, die euch noch nicht folgen, weil Instagram solche Videos über den Algorithmus weiter verbreitet. Videos spielen besonders auf Instagram und TikTok eine wichtige Rolle.

Ihr müsst damit aber nicht anfangen. Probiert Reels ruhig erst aus, wenn ihr euch mit den Grundfunktionen sicher fühlt und wisst, welche Themen und Zielgruppen ihr ansprechen möchtet.

Los geht´s mit Rückenwind

Ihr wollt loslegen? Im Mitgliederbereich findet ihr ausgewählte Erklärvideos und Webseiten, die euch Schritt für Schritt unterstützen: vom Anlegen eines Accounts über Kommentieren, Teilen und eigene Beiträge bis zu Sicherheit und Barrierefreiheit.

Social Media A-Z

Algorithmus

Der Algorithmus ist eine unsichtbare Sortierhilfe. Er entscheidet mit, welche Beiträge euch angezeigt werden und in welcher Reihenfolge. Dabei berücksichtigt Instagram unter anderem, welchen Accounts ihr folgt und mit welchen Inhalten ihr interagiert, zum Beispiel durch Likes, Kommentare oder längeres Anschauen. Deshalb sieht nicht jede Person dieselben Beiträge.

Wenn ihr selbst etwas veröffentlicht, macht den lokalen Bezug deutlich. Auf Instagram könnt ihr zum Beispiel einen Ort zum Beitrag hinzufügen. So können Nutzer*innen erkennen, wo der Beitrag hingehört, und Inhalte auch über die Suche nach Orten entdecken.

Ein Beitrag oder Post ist ein Inhalt, den ihr veröffentlicht, zum Beispiel ein Text, ein Foto, ein Video oder mehrere Bilder zum Durchblättern. Beiträge bleiben normalerweise auf eurem Profil sichtbar.

Kommunalpolitisch eignen sie sich zum Beispiel, um einen Antrag zu erklären, über eine Entscheidung im Gemeinderat zu berichten oder Positionen, Ergebnisse, Erfolge, Rückblicke und Veranstaltungen festzuhalten.

Mit der Zeit entsteht so eine Art Portfolio eurer politischen Arbeit. Bürger:innen können auch später noch sehen, mit welchen Themen ihr euch beschäftigt und wofür ihr euch eingesetzt habt. Das kann besonders vor der nächsten Kommunalwahl hilfreich sein.

Die Bio, kurz für Biografie, ist eure digitale Visitenkarte auf Social Media. Gemeint ist der kurze Text oben in eurem Profil. Bei Facebook heißen vergleichbare Bereiche teilweise „Steckbrief“, „Info“ oder „Intro“.

Auf den ersten Blick sollte erkennbar sein, wer ihr seid, wo ihr politisch aktiv seid und wofür ihr steht. Wenn ihr euch besonders für bestimmte Themen einsetzt, zum Beispiel Tierschutz, Klimaschutz oder Familienpolitik, könnt ihr das hier ebenfalls nennen.

Eine gute Bio hilft anderen schnell zu verstehen, was sie auf eurem Profil erwartet und warum es sich lohnt, euch zu folgen.

Bei einer Collab veröffentlichen zwei oder mehrere Accounts einen Beitrag gemeinsam. Auf Instagram werden die beteiligten Accounts als Verfasserinnen angezeigt. Der Beitrag kann dadurch auch die Followerinnen der anderen beteiligten Accounts erreichen.

Das eignet sich zum Beispiel für eine gemeinsame Veranstaltung mit einer Initiative, einer benachbarten Fraktion oder anderen politischen Akteur:innen. Andere Plattformen bieten ähnliche Möglichkeiten, verwenden dafür aber teilweise andere Begriffe.

Eine Direktnachricht ist ähnlich wie eine SMS innerhalb der Plattform. Sie ist nicht öffentlich sichtbar, sondern wird direkt zwischen den beteiligten Accounts ausgetauscht.

Auf Instagram spricht man häufig von einer „DM“ für „Direct Message“. Auf Facebook läuft die private Kommunikation meist über den Messenger.

Direktnachrichten eignen sich gut für erste Kontakte, kurze Rückfragen oder Absprachen. Für vertrauliche oder formell wichtige Angelegenheiten solltet ihr besser einen geeigneteren Kommunikationsweg nutzen.

Der Feed ist die fortlaufende Übersicht mit Beiträgen, die euch auf der Plattform angezeigt werden. Ihr könnt ihn euch wie eine persönliche digitale Zeitung vorstellen.

Dort erscheinen Beiträge von Accounts, Personen, Seiten oder Gruppen, denen ihr folgt, aber auch vorgeschlagene Inhalte. Welche Beiträge euch zuerst angezeigt werden, wird meist vom Algorithmus mitbestimmt.

Wenn ihr einem Account folgt, könnt ihr dessen Beiträge in eurem Feed sehen. Die Personen, die euch folgen, heißen Follower*innen.

Auf Facebook gibt es zusätzlich „Freund*innen“. Eine Freundschaft ist gegenseitig, während Folgen auch einseitig möglich ist. Wenn ihr auf Facebook mit jemandem befreundet seid, folgt ihr der Person normalerweise automatisch.

Für einen politischen Account ist nicht nur die Zahl der Follower:innen wichtig. Entscheidend ist vor allem, ob ihr die Menschen erreicht, die für eure Arbeit vor Ort relevant sind.

Ein Highlight ist eine dauerhaft sichtbare Sammlung früherer Stories auf eurem Instagram-Profil. Normalerweise verschwinden Stories nach 24 Stunden. Ihr könnt sie aber in einem Highlight speichern oder später aus eurem Story-Archiv hinzufügen.

Legt Highlights am besten zu Themen an, die für Besucher*innen eures Profils länger interessant sind, zum Beispiel „Stadtgrün“, „Verkehr“, „Stammtisch“ oder „Über uns“.

Haltet eure Highlights aktuell und übersichtlich. Für den Einstieg reichen einige wenige gut gewählte Themen. Zu viele Highlights machen es schwerer, sich schnell auf eurem Profil zu orientieren.

Mit einem Like könnt ihr schnell zeigen: Dieser Beitrag gefällt mir, interessiert mich oder ich möchte ihn unterstützen. Auf Facebook gibt es zusätzlich verschiedene Reaktionen, zum Beispiel „Love“ oder „Wow“.

Likes sind außerdem ein Signal für den Algorithmus und können dazu beitragen, dass ein Beitrag weiteren Menschen angezeigt wird. So könnt ihr zum Beispiel die Arbeit eines Vereins oder einer lokalen Initiative sichtbar wertschätzen und ihre Inhalte unterstützen.

Beim Markieren oder Taggen verknüpft ihr eine Person oder Organisation mit eurem Beitrag, Foto oder eurer Story. Häufig geschieht das mit dem Zeichen @ vor dem Accountnamen.

Der markierte Account wird in der Regel benachrichtigt. So könnt ihr zum Beispiel Mitveranstalter*innen nennen, Beteiligte sichtbar machen oder euch nach einer Veranstaltung bedanken.

Wenn euch jemand markiert und ihr das nicht möchtet, könnt ihr die Markierung in der Regel wieder entfernen. Je nach Plattform könnt ihr außerdem einstellen, ob Markierungen automatisch auf eurem Profil erscheinen oder erst von euch bestätigt werden müssen.

Um auf Social Media selbst aktiv zu werden, braucht ihr einen Account mit einem eigenen Profil. Dort hinterlegt ihr unter anderem euren Namen und ein Profilbild. So können andere erkennen, wer hinter dem Account steckt.

Wenn ihr euren Account für eure kommunalpolitische Arbeit nutzt, verwendet am besten euren richtigen Namen und ein Profilbild, auf dem ihr gut zu erkennen seid. So können euch Bürger:innen leichter finden und zuordnen.

Auf Instagram könnt ihr euren Account auf öffentlich oder privat stellen. Bei einem öffentlichen Account können auch Menschen eure Beiträge sehen, die euch nicht folgen. Bei einem privaten Account müssen neue Follower:innen zunächst von euch bestätigt werden.

Auf Facebook könnt ihr bei euren Beiträgen auswählen, wer sie sehen darf, zum Beispiel nur eure Freund*innen oder alle Menschen öffentlich. Wenn ihr Social Media für kommunalpolitische Öffentlichkeitsarbeit nutzen möchtet, sollten eure politischen Beiträge öffentlich sichtbar sein.

Ein Reel ist ein Videoformat auf Instagram, das meist im Hochformat und bildschirmfüllend angesehen wird. TikTok funktioniert mit einem sehr ähnlichen Kurzvideoformat.

Reels eignen sich zum Beispiel, um einen Ort zu zeigen, eine kommunalpolitische Frage kurz zu erklären oder selbst vor der Kamera über ein aktuelles Thema zu sprechen.

Videos sind für euch als Einsteigerinnen kein Muss. Sie bieten aber gute Chancen, Menschen außerhalb eurer bisherigen Followerinnen zu erreichen, weil Instagram Reels auch Nutzer:innen empfiehlt, die eurem Account noch nicht folgen.

Probiert Videos deshalb ruhig aus, wenn ihr euch mit den anderen Funktionen sicher fühlt. Gerade Videos mit Menschen können politische Themen persönlich, anschaulich und leicht verständlich vermitteln.

Mit Stories könnt ihr schnelle, persönliche Einblicke geben. Sie sind nur 24 Stunden öffentlich sichtbar und eignen sich deshalb besonders für aktuelle oder spontane Inhalte.

Das kann zum Beispiel ein Schnappschuss vom Grillfest der Fraktion, ein Foto vom Wochenmarktbesuch oder ein kurzes Video von einer Veranstaltung sein.

Weil Stories nicht dauerhaft im Profil stehen, könnt ihr hier unkomplizierter und persönlicher zeigen, was euch im kommunalpolitischen Alltag begegnet. Besonders wichtige Stories könnt ihr anschließend in einem Highlight dauerhaft auf eurem Profil speichern.

Beim Teilen gebt ihr einen Beitrag an andere Menschen weiter und macht sie darauf aufmerksam. Je nach Plattform gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel das Teilen im eigenen Feed, als Repost, in einer Story oder per Direktnachricht.

Wenn ihr einen Beitrag öffentlich teilt, ergänzt am besten kurz, warum er für euch wichtig ist oder wie ihr ihn einordnet. Prüft vorher außerdem, ob die Quelle zuverlässig und der Inhalt aktuell ist.

Tipps für eure eigenen Social Media-Inhalte

  • Formuliert eine klare Kernbotschaft und stellt den lokalen Bezug her.
  • Prüft Fakten, Namen, Funktionen und Termine.
  • Achtet auf gut lesbare Schrift, ausreichende Kontraste und Untertitel.
  • Verwendet nur Fotos, Videos und Grafiken, für die ihr die nötigen Rechte habt. Veröffentlicht Bilder von Personen nur mit deren Zustimmung, soweit keine Ausnahme greift. Bei Bildern von Kindern ist besondere Zurückhaltung geboten.
  • Beachtet die besonderen Regeln für politische Inhalte und Werbung auf den Plattformen. Nutzt für Videos nur Musik, die ihr verwenden dürft.
  • Kennzeichnet KI-generierte oder KI-bearbeitete realistisch wirkende Inhalte, wenn dadurch eine Szene oder ein Ereignis dargestellt wird, das so nicht stattgefunden hat. Die Plattformen bieten dafür entsprechende Kennzeichnungsmöglichkeiten.
  • Veröffentlicht keine vertraulichen oder nichtöffentlichen Informationen.
Bild von Katharina Eckert

Katharina Eckert

Referentin der Geschäftsführung

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