Radschnellwege

Im klimafreundlichen Mobilitäts-Mix der Zukunft muss das Fahrrad als Fortbewegungsmittel für Pendler an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Berufstätige in Deutschland fahren weite Strecken zum Arbeitsplatz. Und viele Menschen fahren diese Strecken gerne mit dem Rad.

Mobilität der Zukunft – den Radverkehr noch attraktiver machen!
Die Region Rhein-Neckar handelt.

Radschnellwege – eine Verbindung zwischen Wohn- und Arbeitsorten
Im klimafreundlichen Mobilitäts-Mix der Zukunft muss das Fahrrad als Fortbewegungsmittel für Pendler an Bedeutung gewinnen. Immer mehr Berufstätige in Deutschland fahren weite Strecken zum Arbeitsplatz. Und viele Menschen fahren diese Strecken gerne mit dem Rad, derzeit etwa 11 Prozent. Nicht wenige Pendler radeln dabei zwischen 5 und 15 Kilometern, also auch weitere Strecken. Des Weiteren hat sich die Durchschnittsgeschwindigkeit bei deutschen Radfahrern in den letzten Jahren stetig erhöht, von 15 auf 25 Stundenkilometer. Das liegt unter anderem auch an den immer populärer werdenden Pedelecs.
Der Blick über den Tellerrand beweist: Besser ausgebaute Radschnellwege können für noch mehr Rad-Pendler sorgen. In den Niederlanden gibt es beispielsweise bereits 300 km „Fietssnelwege“ – in den Regionen mit gut ausgebauten Radschnellwegen fahren über 25 Prozent der Pendler mit dem Rad zur Arbeit. In Deutschland existieren bislang nur zwischen 10 und 40 Kilometer Radschnellwege, je nach Auslegung des Begriffs.

Was sind Radschnellwege?
Radschnellwege werden immer wieder als „Fahrrad-Highway“, „Fahrrad-Rennstrecke“ oder gar als „Fahrrad-Autobahn“ bezeichnet. Gemeint sind Radwege, die vom Auto- und Fußverkehr getrennt verlaufen und vor allem für Alltagsradler gedacht sind. Nicht um gemütlich durch die Landschaft zu tingeln, sondern um ohne viele Umwege von A nach B zu kommen – Radschnellwege verbinden auf direkte Weise Landkreise, Kommunen oder Stadtteile. Pendler sollen auf diese Weise motiviert werden, vom Auto aufs Rad umzusteigen und damit den Straßenverkehr dauerhaft zu entlasten.

Aktuelle Situation – Staus ohne Ende
Nicht nur in den Ballungsgebieten verursacht das steigende Verkehrsaufkommen immer mehr Staus, auch in Klein- und Mittelstädten und ländlichen Gebieten mit einer guten wirtschaftlichen Infrastruktur gibt es immer häufiger Staus. Die Zunahme des Individualverkehrs zeigt uns die Endlichkeit der Belastung vorhandener Straßen. Wenn dann noch große Umbaumaßnahmen an örtlichen und überörtlichen Straßenträgern dazu kommen, kommt es immer wieder zum Infarkt. Die Konsequenz sind Staus ohne Ende.
Das geschieht gerade fast jeden Tag in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das Ballungsgebiet um Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg ist jeden Tag im Radio durch viele Staumeldungen zu vernehmen. Geplante Veränderungen durch den Ausbau des Schienennetzes, durch den Ausbau von Straßen wird es kurzfristig nicht geben. Dazu sind die Plan- und Umsetzungszeiten in Deutschland viel zu lange. Der Ausbau der Bahnstrecke Frankfurt – Mannheim schon einige Jahre im Gespräch wird in den nächsten 15 Jahren!!! nicht zu realisieren sein. Forderungen nach neuen Straßen oder auch neue Brücken über den Rhein, immer wieder in der Region Karlsruhe und Mannheim auf der Tagesordnung würden ebenfalls nicht früher umzusetzen sein. Und aus ökologischen Gründen sind sie sowieso grundsätzlich abzulehnen!
Schneller sind Radwege zu realisieren und genau das geschieht gerade in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Planungen in der Metropolregion Rhein-Neckar
Hier sollen in den kommenden Jahren gleich mehrere solcher Radschnellwege entstehen. Der Verband Region Rhein-Neckar hat für die insgesamt mehr als 200 km langen Untersuchungskorridore die Koordinierungsfunktion übernommen. In gegenwärtig 5 gleichzeitig laufenden Studien werden die besten Streckenvarianten gegenübergestellt, um eine Entscheidungsgrundlage für eine evtl. Umsetzungsplanung zu liefern. Ein weiterer Radschnellweg soll von Heidelberg und Mannheim aus durch das südhessische Ried bis nach Darmstadt führen. Die entsprechende Machbarkeitsstudie für diesen 60 Kilometer langen Radschnellweg ist beauftragt worden.

Radschnellweg Rhein-Neckar / Teilabschnitt Heidelberg – Mannheim
Anfang 2017 lagen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die erste Strecke vor. Auf rund 40 Kilometern soll diese von Heidelberg über Mannheim und Ludwigshafen bis nach Schifferstadt in der Vorderpfalz führen. Für den Abschnitt auf der baden-württembergischen Seite sagte das Land im Juli 2017 seine finanzielle und organisatorische Unterstützung zu. Für 2022 plant das Regierungspräsidium Karlsruhe den Baubeginn, das mittlerweile Planung und Bau koordiniert. Die Radschnellverbindung zwischen Heidelberg und Mannheim wird als eine von landesweit drei Pilotstrecken des Landes umgesetzt.

Radschnellweg Rhein-Neckar / Teilabschnitt Ludwigshafen – Schifferstadt
Auf 13 km Länge soll eine erste Referenzstrecke eines Radschnellweges im südlichen Rheinland-Pfalz entstehen. Das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz (MWVLW) unterstützt dieses Vorhaben in enger Abstimmung der beteiligten Stadt Ludwigshafen (Rhein) und dem Rhein-Pfalz-Kreis. Die Machbarkeitsstudie für diesen Teilabschnitt im Kernraum des Ballungsraumes wurde vom Verband Region Rhein-Neckar im Januar 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Aktuell werden für die Strecke Worms – Ludwigshafen und für die Strecke Schifferstadt – Wörth (Rhein) weitere Machbarkeitsstudien durchgeführt. Die Fertigstellung wird in der zweiten Jahreshälfte 2019 erwartet.
Inzwischen gibt es auch Bewegung bei der Landesregierung in Rheinland- Pfalz. Im Haushalt für wurden Mittel bereitgestellt, um die Radschnellverbindung von Ludwigshafen nach Schifferstadt umsetzen zu können. Das Land Rheinland-Pfalz fördert die Umsetzung der Pendlerradouten mit 10 Prozent über dem jeweiligen Fördersatz der Kommune. Dieser Fördersatz war von Verkehrsminister Dr. Volker Wissing zuletzt nochmals um 10 Prozent angehoben worden, so dass die Förderung auf bis zu 90 Prozent steigen kann.

Radschnellweg Rhein-Neckar / Darmstadt
Eine zweite Machbarkeitsstudie für einen rund 60 Kilometer langen Fahrradschnellweg von Mannheim/Heidelberg in Richtung Darmstadt wird aktuell untersucht. Er könnte dort an eine bereits in der Planung befindliche Radschnellverbindung zwischen Frankfurt und Darmstadt anschließen.

Radschnellweg Heidelberg – Bruchsal
In südlicher Fortsetzung werden aktuell wichtige Pendlerverbindungen entlang eines Korridors mit hohen Wohn- und Arbeitsplatzdichten untersucht. Die an der Strecke liegenden Gemeinden waren bis Ende Februar 2019 aufgefordert, ihre Präferenzen bezüglich des Streckenverlaufs an den Verband Region Rhein-Neckar mitzuteilen. Dort wird dann die endgültige Route der Radschnellverbindung weiter geplant und die Studie fertig gestellt. In Kooperation mit dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein kann so eine wichtige überregionale Verbindung zweier Ballungsräume am Oberrhein erschlossen werden.

Wilfried Weisbrod, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in der Verbandsversammlung Region Rhein-Neckar, Mitglied im GAR-Vorstand

Weitere Infos zu Radschnellwegen und ihrer Förderung durch das Land: hier

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